Meine Horsemanship-Philosophie

Vertrauen - Verständnis - Geduld


"You don’t break horses, you come to an understanding with them" (Phil West)


Ich erarbeitete für mich das Konzept des "Harmony Horsemanship's" basierend auf Studien nach Natural Horsemanship. In meiner Arbeit mit Pferden bin ich bestrebt ein harmonisches Miteinander - über Vertrauen, Verständnis und Geduld - aufzubauen. Nur so erreiche ich echte Leichtigkeit und Anmut. In meiner gesamten Arbeit finden Worte wie Zwang, Zeitdruck und Hilfszügel keinen Platz. Die Beziehung zu meinem pferdischen Partner steht zudem jeder Zeit an erster Stelle!

 

Natural Horsemanship ist KEINE Reitweise sondern eine ganzheitliche Ausbildung von Mensch und Pferd. Mir ist eine positive innere Haltung des Menschen sehr wichtig. Sich selbst und die Bedingungen für Pferde stetig verbessern zu wollen ist ein wesentliches Gelingensmerkmal für eine lebenslange, harmonische Partnerschaft. 

 

Wollen wir Menschen mit den Pferden kommunizieren, liegt es an uns, ihre Sprache zu lernen.

 

Dazu muss ich die hochsensiblen Wesen verstehen und lesen können. Beobachtet man Pferde in ihrer Herde, erkennt man, dass sie sich gegenseitig über subtile Körpersignale bewegen. Eine freundliche Anfrage kann sich aber schnell in eine klare Ansage wandeln - nämlich dann, wenn die feine Anfrage ignoriert wird. Es ist festzustellen, dass bei ranghohen Tieren bereits die subtilsten Andeutungen sehr klar und eindeutig sind. Zudem bieten sie als Leittier die gewünschte Sicherheit für die Herde. Rangniedrigere Tiere vertrauen dem Leittier und stellen seine Führungsqualitäten nicht in Frage. 

 

Die natürlichen Prinzipien des Herdenverhaltens als Trainingsansatz

 

Ich möchte mein Pferd ebenfalls über ein subtiles Signal / eine Veränderung meiner Körperenergie bewegen könnnen. Das setzt eine klare und unmissverständliche Kommunikation meinerseits voraus. Ich beginne jede Übung mit einer feinen Anfrage, werde aber – wenn nötig – klarer, bis das Pferd versteht, was ich von ihm möchte und beginnt meinem Wunsch nachzukommen. Erhalte ich eine auch noch so kleine Aktion des Pferdes auf meine Anfrage, lobe ich sofort, um das Verhalten positiv zu bestätigen. 

 

Des Weiteren wahre ich die Grundbedürfnisse der Pferde. Sicherheit hat für die Pferde höchste Priorität. Die Antwort auf Unsicherheit ist Flucht oder Dominanz. Es liegt an uns Menschen einen sicheren Rahmen zu kreieren, sodass die Pferde mit uns kommunizieren können und wollen. Mein Training gestalte ich spielerisch, um Motivation zu erzeugen und aufrecht zu erhalten. Motivierte Pferde werden Übungen freiwillig mit Leichtigkeit und positiver Ausstrahlung ausführen. So wird die Zusammenarbeit für beide Parteien zu einem unvergesslichen Erlebnis mit Lust auf mehr!  

 

Durch die Wahrung der Grundbedürfnisse und eine klare Kommunikation kann ich Vertrauen und Respekt gewinnen und werde als Leader akzeptiert.


Foto: KLFotografie

Hilfsmittel für die Bodenarbeit

Ich verwende nur Hilfsmittel, welche die Pferde in ihren Bewegungsabläufen nicht einschränken oder gar Schmerzen zufügen. Dazu gehören das Knotenhalfter, verschieden lange Seile und der Stick. Am Knotenhalfter arbeite ich mit einer feinen, gefühlsvollen Hand. Ich halte es weder kurz oder starr, noch möchte ich den Hals dauerhaft in eine bestimmte Position bringen. Der Hals ist die Balancestange des Pferdes! Durch den erhaltenen Freiraum dürfen sich Pferde wie Pferde verhalten. Sie bleiben motiviert und lernen zusätzlich sich selber gesund zu bewegen und zu tragen. 

 

Je präziser die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd stattfindet, desto längere Seile können eingesetzt werden. Auf höchstem Niveau kann das Seil komplett weggelassen werden. 

Meine Reitphilosophie

Reiten baut auf die am Boden erarbeitete Kommunikation und Hilfen auf. Um die Kommunikation 1:1 übernehmen zu können, reite ich zuerst am Knotenhalfter oder an der Trense aber ohne Zügelkontakt. Diese Basis ist wichtig, um einen zügelunabhängigen Sitz zu erlangen. Mit meinem Sitz kann ich das Pferd steuern und aus sämtlichen Gangarten stoppen. Sind diese Grundlagen vorhanden, kann ich beginnen Kontakt an der Trense herzustellen. Die Zügel sind lediglich für die Kommunikation da - Stellung hier, Dehnung da - aber niemals für die Kontrolle! 

 

Ich habe für mich und meinen Unterricht das Prinzip des Impulsreiten gewählt. Möchte ich eine Aktion des Pferdes herbei führen, leite ich diese durch einen Impuls / eine Hilfe ein. Vor und nach Ausführung der Aktion lasse ich das Pferd in Ruhe. Die Pferde bleiben durch das Prinzip des Impulsreiten feinfühlig und der Mensch gerät in keine Dauertreiberei. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Pferd gebisslos oder an der Trense geritten wird. 


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