Mein persönlicher Blog

Mein Trainingskonzept

Dienstag, 11. Oktober 2016

Wenn ich mit Pferden spiele, halte ich mich grundsätzlich an einen bestimmten Plan. Dieser Plan kann aber von Tag zu Tag unterschiedlich aussehen – je nach Zustand und Verfassung des Pferdes. In dieser Anpassung des Plans an die Bedürfnisse der Pferde liegt die Würze.

 

Pferde sind Gewohnheitstiere!

 

Grundsätzlich gilt, wenn etwas 3 Mal hintereinander ausgeführt wird, wird es als Muster abgespeichert. Nach diesen 3 Mal wird es zu einer Gewohnheit. Nach 4 bis 7 Einheiten ist die Gewohnheit verankert. Dies ist pro Pferd unterschiedlich, die einen brauchen länger – andere sind schneller im Lernen. Aus diesem Grund spiele ich mit einer bestimmten Übung immer über 4 bis 7 Mal. Trotzdem kann ich mich nicht in meinem Plan festfahren, denn wenn das Pferd einen emotionalen Tag hat oder total eingeschüchtert ist aufgrund äusserer Bedingungen kann ich nicht seine volle Konzentration erwarten und anspruchsvolle Aufgaben stellen. Ich kann aber dieselbe Aufgabe leichter stellen oder zum Beispiel mehr vorwärts fordern, wenn das Pferd sowieso nur umherspringt, weil es Geister in den Bäumen sieht. Ich habe festgestellt, dass sich die Qualität der Ausführung innerhalb dieser Tage enorm steigern kann. Meist gibt es an einem Tag ein kurzes Down, aber danach liegt die Übung auf einem höheren Level. Dies ist der Moment, mit einer neuen Aufgabe zu starten! 

 

Übungen baue ich immer über Komfort und Pause als Belohnung auf. Pferde lernen nämlich genau dann, wenn der Druck nachlässt. Daher ist es essentiell, dass zur richtigen Zeit der Druck losgelassen wird. Ansonsten kann es passieren, dass unerwünschte Verhaltensmuster antrainiert werden.

 

"Pressure motivates, but it`s the RELEASE that teaches" (Pat Parelli)

 

Ich arbeite nicht mit Leckerlies, denn ich möchte, dass das Pferd mit mir zusammen arbeiten will und eine Beziehung zu mir aufbaut. Wenn ich ständig Leckerlies verteile, macht es das Pferd meist nur deswegen – das sieht man ganz gut, wenn man mal keine dabei hat. Da erkennt man, ob man eine echte Verbindung hat oder einfach ein futterorientiertes Pferd. Strickt gegen Futterlob bin ich nicht, ich sehe das aber als spezielles Extra für aussergewöhnliche Leistungen.

 

Ich benutze sehr gerne Objekte als Markersymbole. Daran können sich Mensch und Pferd orientieren und die Körpersprache und Kommunikation präzisieren. Z.B. Übergänge oder Halt bei einer Pylone, Richtungswechsel um Pylonen, Halt zwischen Pylone und Zaun..

 

Mir ist wichtig, dass die Pferde schrittweise an das von uns verlangte heran geführt werden. So ist ein solider Aufbau gewährleistet. Ich muss den Fokus des Pferdes an diese Stelle lenken, wo ich eine Übung machen möchte. Den Fokus kreiere ich über Pausen an diesem bestimmten Ort. Denkt das Pferd selbständig an den Punkt oder das Objekt, gibt es dort keine Pause mehr, ich führe meine Übung ein und gewähre Pause dafür an einem anderen sinnvollen Punkt.

 

All mein Wissen und meine Erkenntnisse stammen von der intensiven Auseinandersetzung mit dem Trainingsansatz von Michael Wanzenried ***** Parelli Instruktor. 

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