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Laterales Longieren - was ist das?

Dienstag, 7. März 2017

Da die Arbeit am Knoti meiner Meinung noch allzu oft als ineffektiv und ohne gymnastischen Wert abgestempelt wird, möchte ich in diesem Beitrag das laterale Longieren - Longieren am Knotenhalfter näher erläutern. 

 

Die meisten Probleme bestehen darin, dass viele denken, man bräuchte eine bestimmte Ausrüstung, welche Kopf-Hals-Position beeinflusst, um effektiv trainieren zu können. Doch eigentlich geht es nur darum zu verstehen, wie sich Pferde bewegen sollen, um sich selbst gesund tragen zu können. Mit diesem Wissen kann ich genau so effektiv trainieren, ohne ständig eingreifen und diktieren zu müssen und erhalte somit die Motivation der Pferde aufrecht. 


Ein Pferd sollte vor allem eins: flüssig vorwärts laufen. Dazu braucht es gesunden Schub. Schub ist nicht gleich hetzen, denn dadurch würde das Pferd nur auf die Vorhand kippen. Gesunder Schub kommt aus der Hinterhand, welche unter den Schwerpunkt tritt und damit die Vorhand anheben und leicht werden lässt. 
Habe ich diesen Schub kann ich den Kopf durch feine Impulse leicht nach innen stellen. Ich umfasse das Seil mit der dem Pferd zugewandten Hand und schliesse diese sanft. So verkürzt sich das Seil - der Kopf kommt nach innen. Folg das Pferd meinem Impuls lasse ich los. Bleibt der Kopf in gewünschter Position lasse ich das Pferd in Ruhe - geht der Kopf wieder auf die Gerade oder gar nach aussen, gebe ich erneut einen Impuls. Durch den gegebenen Impuls soll nur Kopf und Hals bewegt werden. Oft folgt die gesamte Vorhand - das Pferd fällt auf die innere Schulter. Ist dies der Fall wird das Gewicht durch Antippen mit dem Stick wieder auf die äussere Schulter gekippt. Sämtliche Übungen werden erst im Schritt und auf nahe Distanz gefestigt. Danach können sie im Trab/Galopp und auf weitere Distanzen ausgeführt werden. 

 

Um aus dem Ganzen nicht ein ödes Kreisrennen zu veranstalten, ist es wichtig, viele Übergänge, Pausen und Seitenwechsel miteinzubauen. Übergänge wirken sich ausserdem positiv auf die Schubkraft und die Gymnastizierung der Hinterhand aus! Durch das bekannte Longieren wird allzu oft nur Kraft und Kondition der Pferde aufgebaut - sie werden aber nicht geistig gefordert. Logische Konsequenz davon: Pferde müssen immer länger longiert werden, bis sie ausgepowert und "müde" sind. Dies ist aber nicht Ziel des Horsemanship's! Mein Ziel ist es, Pferde geistig zu fordern, sodass man die Trainingseinheit auch schon nach 10-15 Minuten wieder mit gutem Gewissen beenden kann.

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