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Hufe geben – Was erwarte ich dabei von meinem Pferd als Partner?

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Hat man ein junges Pferd, kommt man nicht um die Aufgabe, diesem das Hufe geben zu lehren. Vor allem, wenn es ihm noch nie korrekt beigebracht wurde. Als ich meinem Pferd die Hufe räumen wollte, merkte ich schnell, dass es sehr viel Kraftaufwand meinerseits an den Fesseln brauchte, bis ich den Huf aufnehmen konnte und hinten bestand sogar die Gefahr, dass es ausschlug.

 

Dieses Verhalten ihrerseits tolerierte ich jedoch nicht, da sich das Pferd als mein Partner auch als solchen verhalten sollte. Doch welches Verhalten erwarte ich dann genau? Bevor ich dem Pferd etwas erklären kann, muss mir bewusst sein, was ich möchte und dann dieses Verhalten solange konsequent einfordern, bis es vom Pferd als die korrekte Antwort abgespeichert wird. Ich möchte von meinem Pferd, dass es die Hufe auf sanften Druck aufhebt, sodass ich diesen nehmen und bearbeiten kann. Ich möchte, dass es solange stillhält, bis ich den Huf wieder freigebe und nicht plötzlich beginnt ihn wegzuziehen. Des Weiteren möchte ich auch nicht, dass mein Pferd zu scharren beginnt, wenn ich den Huf einfordere.

 

Dieses Unterfangen war ein langwieriger Prozess, bis es wirklich einwandfrei funktionierte. Ich lehrte meinem Pferd auf den Druck an der Kastanie zu reagieren. Bis diese Verbindung jedoch stabil funktionierte, ging einige Zeit vorbei. Meist waren die Reaktionen erst nicht wirklich partnergerecht. Als ich einen Hufkurs zusammen mit meinem Pferd besuchte, kam schlussendlich der Durchbruch. Wenn das Pferd nicht auf stetigen Druck reagiert, soll rhythmischer Druck miteingebracht werden. Dazu kann der Hufräumer gebraucht werden, um damit an das Röhrbein zu klopfen. Dabei ist es wichtig, sanft zu beginnen, aber die Intensität immer etwas mehr erhöhen, wenn keine Reaktion folgt. Schon sehr bald lernte mein Pferd, was ich von ihm möchte und gab die Hufe von sich aus, wenn ich mich nur schon bückte.

 

Trotzdem gab und gibt es zwischendurch ab und zu wieder Phasen, in denen das Pferd nicht wie ein Partner handelt, sondern lieber zu scharren begann. In solchen Situationen schnappte ich nicht nach dem Huf, denn ansonsten wird daraus ein Spiel für das Pferd. Ich wartete einfach ab, bis das Scharren aufhört und versuchte es anschliessend erneut. Als sie mir das letzte Mal zu scharren begann, ignorierte ich dieses Verhalten und wartete ab, und plötzlich war ihr Huf schön in der Luft, bereit für mich zum nehmen.

 

Haben wir den Huf fertig ausgeräumt, liegt es aber auch an den Menschen, sich dem Pferd gegenüber wie ein Partner zu verhalten. Denn was wir von unserem Pferd fordern, sollen wir ihnen zurückgeben. Deshalb stelle ich den Huf danach immer auf den Boden und bedanke mich, sodass mein Pferd weiss, dass die Arbeit getan ist. Wenn der Huf einfach losgelassen wird, wissen die Pferde nicht, was sie damit machen sollen. Oft lässt ein Pferd den Huf dann einfach in der Luft.

3 Kommentare zu "Hufe geben – Was erwarte ich dabei von meinem Pferd als Partner? "

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