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Gymnastizierung und Versammlung am Knotenhalfter?

Mittwoch, 31. August 2016

Nach mehrfach geführten Diskussionen möchte ich meine Gedanken einem Thema widmen, das allzu oft belächelt wird. Das Pferdetraining am Knotenhalfter.

 

Ich benutze für das Pferdetraining immer das Knotenhalfter. Aus welchem Grund? Weil das Knotenhalfter als natürliches Hilfsmittel die Pferde in seinen Bewegungen nicht einschränkt. Nur so kann sich das Pferd wirklich frei und gelöst bewegen, was schlussendlich zu Versammlung führen kann.

 

Damit das Trainieren am Knoti zu Versammlung führen kann, ist es wichtig, dass das Pferd mental und emotional gefordert wird. Was bedeutet das? Wir müssen die Trainingseinheit so gestalten, dass sie interessant und nachvollziehbar für das Pferd ist. Das Pferd muss sich in die Aufgabe hinein denken können, es soll aber auch die Chance haben, mit uns einen Dialog zu führen und uns seine eigene Meinung zu präsentieren. Ich nenne das Training aus diesem Grund Spiel. Sinnloses im Kreis herum rennen (longieren), habe ich aus meinem Training gestrichen. Das führt lediglich dazu, dass das Pferd mehr Kraft aufbaut und demendsprechend noch länger longiert werden muss, bis es müde wird. Ein Spiel ist ein Dialog zwischen zwei Parteien, es ist interessant, macht Spass und zieht uns in einen „Flow“. Sobald das Pferd sich auf unser Spiel einlässt und „ja“ zum Programm sagen kann, haben wir seine mentale und emotionale Fitness erhalten. Nun wird das Pferd von sich aus beginnen sich selbst zu gymnastizieren und sich in eine gesundheitsfördernde Haltung zu begeben. Es beginnt sich zu tragen, die Hinterhand aktiv vorwärts zu schieben und sucht das Vorwärts-Abwärts. Durch Impulse am Knoti kann zu diesem Zeitpunkt eine leichte Innenstellung erreicht werden. Und dies ohne ständigen Zug an der Nase wie bei anderen mechanischen Hilfsmitteln.

 

"The sum total of respect, impulsion and flexion give you natural collection" (Pat Parelli)

 

Greifen wir mit mechanischen Hilfsmitteln ein, um das Pferd nach unseren Vorstellungen zu formen, sieht es von aussen vielleicht schön und versammelt aus. Aber ist es das wirklich? Ist es denn auch gelöst? Losgelassenheit steht vor Versammlung! Meiner Meinung nach wird mit mechanischen Hilfsmitteln gegen den Respekt des Pferdes gearbeitet. Es distanziert sich von der Aufgabe und führt diese nur aus, weil es muss. Von Losgelassenheit kann hier nicht mehr gesprochen werden, denn wenn wir gegen den Respekt der Pferde arbeiten, entsteht sehr viel Spannung. Bewegungsabläufe unter Spannung bringen aber auch keine gymnastischen Werte mit sich.

 

Denkt bei Gelegenheit einmal darüber nach. Bekommen eure Pferde auch genügend Entspannung, um sich lösen zu können? Oder überwiegt die Anspannung? 


Foto: KLF-otografie.ch

Foto: KLF-otografie.ch

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