Mein persönlicher Blog

Einstieg in die Freiarbeit

Donnerstag, 4. Januar 2018

Wenn ich gefragt werde, wie ich denn mit der Freiarbeit anfange oder was es für einfache Übungen gibt, gibt es von mir generell immer dieselbe Antwort. Ich benutze dieses "Einstiegs-Programm" selbst auch immer gerne am Anfang zum Aufwärmen.

Ich gehe dabei neben der Schulter des Pferdes. Dem Zaun entlang, um es am einfachsten zu gestalten und das Pferd einzurahmen. Das Pferd soll mir auf meiner Schulterhöhe folgen. So hole ich mein Pferd ab und ich sehe auch sogleich, wenn es sich mit mir verbindet. Auf diese Verbindung muss ich warten, denn ohne kann ich rein gar nichts erreichen in der Freiarbeit. Man kann ein Pferd zu nichts zwingen - schon gar nicht, wenn kein Seil mehr vorhanden ist. Die unsichtbare Verbindung, die Mitarbeit von meiner Harmony spüre ich, wenn sie mir den Kopf zuwenden und sich an meinen Arm "heftet". Sie folgt mir dann überall hin, selbst wenn ich mich vom Zaun ablöse. Habe ich dies erreicht, kann ich schwierigere Übungen oder Spiele mit Distanz starten.

 

Dieses nebeneinander gehen kann ich abwechslungsreicher gestalten, indem ich Übergänge einbaue. Wenn ich schneller gehe, möchte ich z.B., dass mein Pferd neben mir her trabt. Ich kann auch ein gemeinsames Rückwärts gehen einbauen und dann wieder vorwärts antraben. Um diese Dinge zu erreichen, versuche ich das Pferd über meine Energie aufzufordern schneller oder langsamer zu gehen. Reicht diese nicht aus, nehme ich meinen Stick zur Hilfe. Nach hinten schwingen für "go", nach vorne schnwingen für "whoa". 

Wie lange das Aufwärmprogramm dauert ist von Pferd zu Pferd verschieden. Bei meiner Harmony geht es in der Regel sehr schnell, da sie die Freiarbeit liebt und dann voll dabei ist! Wenn ein Pferd aber sehr lange auf sich warten lässt, kann ich es durch mehr oder schnellere Übergänge besser mental im Kopf abholen und somit die Dauer bis zur Verbindung verkürzen. 

Die vorhandene mentale Verbindung erkenne ich auch daran, dass mir das Pferd folgt, auch wenn ich zur Mitte abbiege, um dort Pause zu gewähren. In der Freiarbeit biete ich Pause immer bei mir in der Mitte an, dies lenkt den Fokus des Pferdes noch stärker auf mich, sodass sie sich an mir und meiner Körpersprache orientiert. Zudem hilft es mir, dass das Pferd nicht beginnt sinnlos im Kreise zu rennen, wenn es eine Aufgabe nicht versteht. Durch das Abbiegen zur Mitte, kann ich das Pferd leicht ausbremsen. 

 

Das Dem-Zaun-entlang-Gehen ist ab einem gewissen Ausbildungsgrad wie gesagt als Aufwärmprogramm gedacht, für Einsteiger sind das super Übungen zum starten! Natürlich kann auch in Zukunft eine Session nur aus diesen Schilderungen bestehen. Wenn z.B. nicht viel Zeit fürs Training vorhanden ist oder mit höherem Schwierigkeitsgrad der eingebauten Elementen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. 

Impressum | Datenschutz