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Das gesunde Vorwärts

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Leider laufen viel zu viele Pferde auf der Vorhand, vor allem wenn man sie frei arbeitet. Aber auch in der Freiarbeit kann (und soll!) auf eine gesunde Pferdebewegung geachtet werden. 

 

Im Bild nebenan ist ein Pferd zu sehen, dass deutlich auf der Vorhand läuft. Es läuft zu hastig und mit kurzen Schrittchen, dass es quasi vorne wegfällt, wenn es das Gewicht nicht mit der Vorhand auffangen würde und mit dem Kopf entgegen steuert. Durch die erhobene Kopfposition wird der Rücken weggedrückt. Unterarm der Vorhand und Röhrbein der Hinterhand verlaufen nicht parallel - das Pferd läuft also schon auch nicht taktrein! Die Hinterhand wird hier nachgeschleift, das Gewicht lastet daher auch mehr auf der Vorhand, weil der Körper mit dieser gestützt wird.  

 

Noch in derselben Einheit aber durch gezieltes Einwirken sieht man im unteren Bild ein deutlich aufgerichtetes Pferd, das sich in Richtung Versammlung bewegt. Unterarm der Vorhand und Röhrbein der Hinterhand verlaufen parallel, so kann sich das Gewicht zwischen Vor- und Hinterhand gleichmässig verteilen und das Pferd taktrein laufen. Zudem ist eine leicht steigende Linie von Kruppe bis Wiederrist erkennbar. Diese wird durch aktives Untertreten der Hinterhand hervor gerufen, da sich durch die dadurch hervorgerufene Hankenbeugung die Kruppe leicht absenkt. Ebenfalls beginnt der Rücken durch das korrekte Untertreten auf- und abzuschwingen. Der Hals wird im Gleichgeweicht aufgerichtet und der Kopf ist durch die Aufwölbung im Genick näher an der Senkrechten. Das Pferd gibt Schulter und Vorhand frei.

 

Wichtig ist auch hier zu sagen, dass Versammlung nichts mit dem reinen körperlichen Aussehen zu tun hat. Zu echter Versammlung gehören immer die kontrollierten Emotionen des Pferdes. Das Pferd muss "Ja" zu uns und unserem Programm sagen können, um sich emotional und somit auch physisch versammeln zu können.

 

Nun, wie kann ich ein vorhandlastiges Pferd dazu bewegen mehr unterzutreten und die Vorhand frei zu geben? Dazu muss gesunder Schub der Hinterhand von hinten nach vorne arbeiten. Das Pferd soll sich nicht zu schnell bewegen müssen - das bringt die Balance durcheinander und somit gelangt mehr Gewicht auf die Vorhand, da sich die Pferde damit auffangen müssen. Leider laufen zu viele Pferde viel zu schnell, da Vorwärts häufig mit Schnelligkeit verwechselt wird. Läuft das Pferd also zu schnell, muss ich es wieder sammeln und zurück in den korrekten Takt bringen. Dann kann ich beginnen die Tritte zu verlängern und etwas mehr Schub aus der Hinterhand zu verlangen. Tritt die Hinterhand korrekt unter beginnt sich die Vorhand / Schulter automatisch mehr aufzurichten. Auch Gangartübergänge und Seitenwechsel verhelfen dazu, die Hinterhand mehr einzusetzen. WICHTIG: Kopf und Hals folgen automatisch dem korrekt untertretenden Bein! Der Ansatz, den Kopf durch Hilfsmittel in eine korrekte Position zu riegeln ist demnach unlogisch und falsch und bringt meist nur das Gewicht auf die Vorhand. Durch Einwirkungen am Kopf fällt das Pferd aus der Balance, denn dieser wird als Balancestange verwendet.  

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